Überwachung
Die systematische Beobachtung und Erfassung von Aktivitäten, Kommunikation und Verhalten von Personen — durch Staaten, Unternehmen oder andere Akteure.
Überwachung ist die systematische Beobachtung und Erfassung von Aktivitäten, Kommunikation und Verhalten von Personen — durch Staaten, Unternehmen oder andere Akteure. Im digitalen Zeitalter ist sie durch Tracking, Gesichtserkennung und Datenanalyse allgegenwärtig.
Staatliche vs. kommerzielle Überwachung
- Staatliche Überwachung: Nachrichtendienste, Polizei und Behörden überwachen zur Kriminalitätsbekämpfung und Terrorismusabwehr. Das Ausmaß ist oft umstritten.
- Kommerzielle Überwachung: Unternehmen sammeln Daten über Nutzer:innen, um personalisierte Werbung zu schalten und Produkte zu verbessern.
- Die Grenzen verschwimmen: Staaten kaufen Daten von Unternehmen, Unternehmen kooperieren mit Behörden.
Überwachung im Alltag
Überwachung ist alltäglicher, als viele denken: - Smartphones: Standortdaten, App-Nutzung, Mikrofon- und Kamerazugriff - Smart-Home-Geräte: Sprachassistenten, smarte Kameras, Fitness-Tracker - Öffentlicher Raum: Videoüberwachung, automatische Kennzeichenerkennung - Internet: Tracking-Cookies, Browser-Fingerprinting, Metadaten von E-Mails - Social Media: Alles, was du postest, likest oder anschaust, wird erfasst
Die Snowden-Enthüllungen
2013 enthüllte der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden die Massenüberwachungsprogramme der US-amerikanischen und britischen Geheimdienste. Die Enthüllungen zeigten: - Anlasslose Überwachung der gesamten Internet- und Telefonkommunikation - Zusammenarbeit mit großen Tech-Unternehmen - Überwachung auch verbündeter Staaten und deren Bürger:innen
Grundrechte und Datenschutz
- Grundgesetz Art. 10: Schutz des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses
- DSGVO: Europäischer Datenschutz begrenzt kommerzielle Überwachung
- Verhältnismäßigkeit: Überwachung muss immer im Verhältnis zum Zweck stehen
- Informationelle Selbstbestimmung: Das Recht, über die eigenen Daten zu bestimmen